Infektionsherd Dusche – Legionellen im Wasserdampf

Eine Dusche am Morgen revitalisiert unsere Sinne, am Abend entspannt sie Körper und Geist. Dieser wohltuende Effekt setzt gesundes, keimfreies Wasser voraus – leider ist dies ist auch in Deutschland keine Selbstverständlichkeit. Es finden sich auch hierzulande gefährliche Krankheitserreger wie Legionellen in den häuslichen Wasserleitungen.

Legionellen und E-Coli Bakterien

Was sind Legionellen?

Legionellen sind im Warmwasser lebende, stäbchenförmige Bakterien. Bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius fühlen sie sich besonders wohl. Sie ernähren sich von den „Kadavern“ toter Bakterien und bevorzugen Orte mit einem regelmäßigen Frischwasserzufluss und geringen Wasserbewegungen – Bedingungen, wie sie in den Rohrleitungen unserer Gebäude gegeben sind.

Es gibt 57 Legionellenarten. Die gute Nachricht ist: nur eine einzige davon ist für den Menschen gefährlich: die Legionella pneumophila. Die schlechte Nachricht ist, dass etwa 90 % des Legionellenbestands in unserem Umfeld Exemplare dieser Art sind und für rund 10 % aller Lungenentzündungen verantwortlich sind – damit zählen Legionellen zu den gefährlichsten Erregern der Pneumonie.

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Wann sind Legionellen gefährlich?

Die L. pneumophila gelangt über winzige Wassertröpfchen in die Lunge des Menschen. Infektionsgefahr besteht immer dort, wo mit Legionellen verkeimtes Wasser zerstäubt und eingeatmet wird. Typische Infektionsherde sind Duschen, Whirlpools, Rasensprenger, Klimaanlagen und Luftbefeuchter. Schon ein geringer Keimgehalt im Wasserstaub kann einen gefährlichen Infekt verursachen. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge erkranken jährlich bis zu 30 000 Menschen in Deutschland durch Legionellen im Wasser.

Die am häufigsten auftretenden Krankheitsformen der Legionellose sind das symptomatisch der Grippe ähnelnde Pontiac-Fieber sowie die lebensbedrohliche Legionärskrankheit, für die eine schwerwiegende Lungenentzündung kennzeichnend ist und die in 10-15 % der Fälle tödlich verläuft. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Raucher, Babys sowie ältere und chronisch kranke Menschen, insbesondere jene, die an Nierenschwäche sowie Herz- und Lungenschäden leiden.

  • Verursacht: Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Verursacht: Pontiac Fieber
  • Verursacht: Entzündungen des Herzbeutels (Endokarditis)
  • Verursacht: Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
  • Verursacht: Wundinfektionen

Vielerorts überschreiten Legionellen im Trinkwasser Grenzwerte

Der durch die Trinkwasserverordnung festgelegte Grenzwert für Legionellen liegt bei 100 Kolonien bildenden Einheiten (KBE) pro 100 ml. Jedoch zeigen Untersuchungsergebnisse des Bayerischen Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit aus den Jahren 2003 bis 2008, dass die Grenzwerte in …

  • 14 % aller Mehrfamilienhäuser
  • 9 % aller Einfamilienhäuser
  • 27 % aller Schulen
  • 9 % aller Kindergärten … sowie auch in vielen Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Hotels und anderen öffentlichen Einrichtungen deutlich über dem vorgeschriebenen Grenzwert liegen.

Seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung im Jahr 2018 sind Vermieter verpflichtet, das Trinkwasser im Haus ein Mal pro Jahr auf Legionellen zu überprüfen, falls der Wassertank über mehr als 400 Liter Volumen verfügt, die Trinkwasserleitungen zwischen Wasserspeicher und der Entnahmestelle mehr als drei Liter Wasser fassen und wenn mehr als drei Wohnungen mit Duschen an die Wasserversorgung angeschlossen sind. Maßnahmen zur Legionellenbekämpfung sind jedoch auch hier erst bei Überschreitung des Grenzwerts von 100 KBE pro 100 ml vorgeschrieben. Demzufolge gewährt die bestehende Trinkwasserverordnung Legionellen, im Falle einer geringen, aber nichtsdestotrotz bestehenden Kontaminierung des Trinkwassers, sich bis zur nächsten Messung im Folgejahr uneingeschränkt zu vermehren. Somit sind auch hierzulande Maßnahmen für einen besseren Legionellenschutz notwendig, wie er etwa durch die Installation eines Seccua-Wasserfilters gewährleistet wird.

Was kann ich gegen Legionellen im Trinkwasser tun?

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Häufig gestellte Fragen zu Legionellen

Wie kommen Legionellen in die Wasserleitung?

Der natürliche Lebensraum von Legionellen sind Oberflächenwässer wie Flüsse und Seen, aber auch feuchte Böden und Grundwasser, von wo aus sie über die lokale Wasserversorgung den Weg in die Leitungsnetze unserer Gebäude und Heime finden. In den dort bestehenden Ablagerungen und Biofilmen der Rohrleitungssysteme treffen Legionellen auf ideale Lebensbedingungen, um sich explosionsartig zu vermehren: warmes Wasser, geringe Wasserbewegung und regelmäßige Frischwasserzufuhr, die stets frisches Futter aus dem Stadtnetz anspült.

Biofilme bestehen aus Bakterien und anderen Mikroorganismen sowie dem Schleim, den diese produzieren, um sich vor äußeren Einflüssen zu schützen und um Nährstoffe anzureichern. In neuen Rohrleitungssystemen ist die Filmbildung bereits nach einem bis eineinhalb Jahren abgeschlossen und verändert sich in den darauffolgenden 100 Jahren nur noch insignifikant. Besonders schnell breiten Biofilme sich in Rohrnischen von Armaturen und Gewindefittings sowie in durch Kalk und Rost entstandenen Unebenheiten an den Rohrwänden aus. Lösen sich Teile des Biofilms, werden mit ihm auch die darin lebenden Legionellen in weitere Leitungsabschnitte geschwemmt, sodass sie oft bis in die Duschköpfe vordringen können.

Vermeide ich mit einem Wasserfilter Legionellen im Trinkwasser?

Legionellen ernähren sich von toten Bakterien, deshalb sind sie auf ständigen Nachschub neuer Einzeller aus dem Stadtnetz angewiesen. Mit einem Ultrafiltrations-Wasserfilter von Seccua an der Schnittstelle zwischen Stadt- und Hausnetz wird den bestehenden Legionellen die Nahrungszufuhr abgeschnitten und gleichzeitig wird das Eindringen neuer Legionellen ins häusliche Rohrleitungssystem verhindert.

Bietet eine thermische Desinfektion und Chlorung einen ausreichenden Legionellenschutz?

Bei einem Legionellenbefall wird häufig zu einer thermischen Desinfektion des Rohrnetzes geraten. Hierbei wird versucht, innerhalb des gesamten Leitungsnetzes mit einer mindestens 60-70° Celsius betragenden Wassertemperatur Legionellen abzutöten beziehungsweise das weitere Wachstum der Kolonien zu begrenzen – allerdings äußerst unzureichend. Kalkablagerungen, Biofilm und Amöben, sowie etwaige technische Gegebenheiten des Leitungsnetzes verhindern allzu oft eine effektive Einwirkung der Temperatur. Zudem zeigt eine Studie der ETH Zürich, dass Legionellen auch bei Wassertemperaturen von bis zu 70°C länger als eine Stunde überleben können. Demzufolge bietet selbst die durch das DVGW-Arbeitsblatt W551 empfohlene, dreiminütige thermische Desinfektion bei 70° C keinen zuverlässigen Schutz vor Legionellen.

Viele unserer modernen, energieeffizienten Warmwasserbereiter sind zudem nicht in der Lage, das Wasser auf die notwendige Temperatur zu erhitzen, um das Wachstum von Legionellen-Kolonien wirksam zu begrenzen, geschweige denn, ihnen den Garaus zu machen. Erdwärmepumpen liefern ihre höchste Leistungszahl bei unter 50° C und Brennwertkessel fahren häufig mit Rücklauftemperaturen von 30° C oder weniger. Deshalb ist ein zuverlässiger Legionellenschutz bei Wärmepumpen und anderen energiesparenden Heizsystemen zum Wohle der eigenen Gesundheit unerlässlich.

Der Einsatz von Chlor ist nicht empfehlenswert. Zwar kann man Legionellen chemisch abtöten, allerdings wird der schützende Biofilm, in dem sich die Legionellen nähren und betten, nur von einer sehr hohen Chlorkonzentration durchdrungen. Unerwünschter Effekt: Eine andauernde Behandlung mit hohen Chlordosen kann an älteren Rohrleitungen Schäden verursachen und ist zudem auch gesetzlich nicht zulässig – eine geringe Konzentration hingegen ist wirkungslos.

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